Archiv

26.11.2009

Verantwortungsvolle Ratsbeschlüsse sehen anders aus

Thomas Kufen: Hesse bleibt offen, ist aber nicht gerettet / Entscheidung über Dellwiger Freibad nur vertagt / Verantwortungsvolle Ratsbeschlüsse sehen anders aus

Gestern hat der Rat der Stadt mehrheitlich einen Beschluss zum Freibad Hesse gefasst. So haben es sich die Unterstützer des Freibades Hesse sicher nicht vorgestellt: Hesse bleibt vorerst offen, aber eine Entscheidung über einen dauerhaften Erhalt und die notwendigen Investitionen steht aus. Ein Finanzierungsvorschlag fehlt, stattdessen soll das Freibad lediglich unter den bisherigen Rahmenbedingungen (Betriebskostendeckelung, keine 
größeren Investitionen) bis zu weiteren Entscheidungen geöffnet bleiben.
 
Dazu Siegfried Brandenburg, sportpolitischer Experte der CDU-Fraktion: „Wir haben seinerzeit beschlossen, den Standort Hesse nicht zu schließen! Das Sport- und Gesundheitszentrum sollte weiter betrieben, nur die bisherige Freibadfunktion sollte wegen des immens hohen Sanierungsstaus aufgegeben werden. Die Freibadflächen sollten als veränderte Freizeitflächen erhalten bleiben. Geplant war, eine bessere kind- und familiengerechte Nutzung zu erarbeiten, wofür 1,5 Mio. € zur Verfügung gestellt wurden. Diese Entscheidung ist nun hinfällig, was die CDU-Fraktion sehr bedauert.“
 
Thomas Kufen, Vorsitzender der CDU-Fraktion: „Das Freibad Hesse ist für die SPD zu einem Symbol geworden. Aber Symbole ersetzen keine politischen Entscheidungen. Mit dem aktuellen Beschluss ist das Freibad Hesse nicht gerettet, aber das Investitionsprogramm Sport i.H.v. 22,5 Mio. € gefährdet. Wer etwas für das Freibad Hesse tun will, muss sagen auf welches Bad oder welche Sanierungsmaßnahme er stattdessen verzichten will. Diese Antwort ist die SPD bisher schuldig geblieben. Die sinkende Bevölkerungszahl und das veränderte Freizeit- und Sportverhalten hatten, neben der Finanzlage der Stadt Essen letztendlich zu der Erkenntnis geführt, dass sich die Stadt nicht mehr alle Sportstätten und Bäder leisten kann. Überholte und veraltete Sportstätten im Bestand zu halten, wie es üblich war und ist bei der SPD, blockiert zukunftsgerichtete Entwicklung und Investition. Die CDU-Fraktion wird sich Gesprächen nicht verschließen. Der Prüfung über eine künftige Nutzung des Freibades in Dellwig versperren wir uns nicht. Ich hoffe nur, dass wir in der Ratssitzung lediglich einen Nachklang zum SPD-Wahlkampf erlebt haben, denn verantwortungsvolle Ratsbeschlüsse sehen anders aus."